Mittwoch, 11. Februar 2009

Gewaltsrückblick


Viele sehen die Ereignisse am 11 September, 2001 als definierenden Punkt der Geschichte des einundzwanzigsten Jahrhunderts, und als Bezugspunkt von vielen Maßnahmen und Phänomenen, entweder politisch, wirtschaftlich, oder gesellschaftlich, die so prominent die letzten sieben Jahre waren: von den Kriegen in Afghanistan und dem Irak bis zur heutigen wirtschaftlichen Krise.

Komisch, dass die ganze Welt wegen der Panik den Vereinigten Staaten Opfer werden sollte. Unter Anklagen über Terrorismus, Anspruche wie „man ist entweder mit uns oder gegen uns“ und Kilotonner von Öl die widerwillig beteiligt waren, jeder der kein „Terrorist“ oder „Feind der Freiheit“ benannt werden wollte, musste am Spiel teilnehmen. Und inmitten diese Wahnsinn, wäre es nur unangenehm, wenn Deutschland ihre Rolle nicht gern spielte.

Und so am 6 November 2001 war die Entscheidung getroffen, 3900 deutsche Soldaten nach Afghanistan zu entsenden, um in den „Krieg gegen Terror“ zu kämpfen. Obwohl es bedeutenden Widerstand gab, zum Beispiel von den Grünen, war „9/11“ auch noch entweder im Gedächtnis der Mehrheit, oder mindestens prävalent als Symbol der verpflichtenden Stille,woran die wenigen Dissidenten festhalten bleiben mussten.

Es ist strittig, ob die Ergebnisse dieser Aktion der Bundesrepublik positiv waren, und noch mehr so ,wenn man über psychologisches Trauma unter deutschen Soldaten und immer begehrtere Entführungen von deutschen Truppen und Aktivisten in Nord-Afghanistan hört. Dieses Land war immer feindlich zu ausländischen Eroberern, entweder die Briten am Ende des neunzigsten Jahrhunderts, die UdSSR fast hundert Jahre später, und jetzt die Amerikaner und ihre Kollegen in ISAF (International Security Assistance Forces), die offizielle Markenname der militärischen Kräfte in Afghanistan, die „Unterstützung“ für den Afghanischen Staat und dessen Armee anbieten, um einen Krieg gegen Gespenster zu gewinnen. Gespenster die sehr wirklich sind, aber, wie man oft vergisst, sind Produkte der westlichen Kräften die so lange dieses Land plagen.

Obwohl man fordern kann, dass keine ausländische Sicherheitspräsenz gute Ergebnisse für Afghanistan oder die West haben kann, gibt es das Dilemma , wie man für die Fehler der vorherigen Besatzer bezahlen kann. Und paradoxerweise, ist es die Meinung vieler Afghanen womit ich gesprochen habe, dass diese Okkupation vom West etwas besser als die vorherigen ist. Unter die Taliban dürfte man keine Ausbildung haben, besonders Frauen. Jemand könnte, auf ideologische Gründe hingerichtet werden. Der einzige Zustand der verschlimmert wurde, ist der Mohnanbau: In Afghanistan in 2007 war 93% des Opiums der Welt angebaut. Trotzdem sind die Gewalt und die Angst noch charakteristisch für das tägliche Leben in dieses Land, und keine westliche „Demokratie“ kann es ändern.

Zum Schluss, sind die Bundessoldaten in Afghanistan mehr Werbung als Intervention, und ein Symbol des Gehorsams der BRD zu Nato und den Vereinigten Staaten. Ihre Präsenz hat nichts Positives für Deutschland, Afghanistan, oder sich selbst geschafft; nur Gewalt und Aufstand, Tod und Terror, alles als Reaktion auf die westliche Anwesenheit. Das Einzige, dass Deutschland tun kann, ist die Welt daran zu erinnern, dass, in den Worten des englischen Journalisten Robert Fisks, „das einzige das die Nahostener wollen, ist Freiheit von uns (den West)“. Freiheit von Kriegen und drückenden Regierungen, die wir ihnen schenken. Bis dahin ist es unmöglich, den Krieg gegen Terror zu gewinnen.



Auch eine Meinung:
http://www.zeit.de/online/2009/06/afghanistan-bundeswehrsoldat-trauma